Aufbau der Cigarre

Handwerkskunst in vielen Schritten

Die traditionelle Cigarre und auch das Cigarillo besteht aus drei Teilen: aus der Einlage, die zusammen mit dem Umblatt den Wickel ergibt, der erst mit dem Deckblatt versehen zur vollständigen Cigarre wird.

Bei der Einlage gibt es zwei wesentliche Unterschiede: Europäische Cigarren sind sogenannte Shortfiller, in der Karibik werden dagegen hauptsächlich, wenn auch nicht ausschließlich, Longfiller hergestellt.

Beim Shortfiller wird Tabak aus verschiedenen Regionen in der Einlage miteinander vermischt, der Geschmack der Mischung sorgfältig abgestimmt. Dafür wird der Tabak vom Blattstengel, der sogenannten Rippe, befreit und dann zerkleinert. Es entstehen Stücke von 5 mm bis 30 mm Durchmesser. Die Einlage bestimmt den Grundcharakter der Cigarre.

Je mehr verschiedene Tabaksorten miteinander vermischt werden, desto gleichmäßiger wird ihr Geschmack – aber auch leicht charakterlos. Bei weniger Sortenvielfalt kommt es dagegen auf jede einzelne Sorte an; jedes Blatt aus mittelmäßiger Ernte schmeckt sofort durch.

Klassische Mischungen bestehen aus Havanna, Brasil, Java und Domingo. Jede dieser Regionen hat aber verschiedene Distrikte und damit auch Geschmacksvarianten. Wie auch beim Wein schmeckt die gleiche Tabaksorte aus verschiedenen Lagen meist ganz unterschiedlich.
Bei Longfillern besteht die Einlage in der Regel nur aus Tabaken ebenderselben Länder und Anbaugebiete, in denen die Cigarre hergestellt wurde. Daher haben diese Produkte meist sehr landestypische Züge. Bei ihrer Herstellung wird durch Zusammenraffen teilentrippter Blätter die Puppe für den Wickel geformt, die dann in das Umblatt eingeschlagen wird. Dadurch besteht die Einlage einer Zigarre je nach Durchmesser manchmal nur aus drei bis vier unterschiedlichen Blättern; sie kann deshalb nur bedingt als Mischung bezeichnet werde. Hier kommt es besonders auf jedes einzelne Blatt an. Mit zunehmendem Durchmesser der Cigarre steigt die Geschmacksvielfalt, denn es mischen sich mehr Komponenten zu einer besseren Harmonie.

Bei neueren Cigarillospezialitäten wird die Einlage gelegentlich mit einem Flavour aromatisiert, beispielsweise aus Cherry, Plum, Vanille, und ähnelt im Geschmack dadurch nicht nur dem Pfeifentabak, ja sie wird zum Teil mit einer Einlage aus Pfeifentabak hergestellt.

Gut zu wissen: Generell lässt sich sagen, dass die Einlage den Geschmack einer Cigarre bis zu etwa 70 Prozent bestimmt.
Das Umblatt hält die Einlage zusammen und gibt der Cigarre nach dem Pressen des Wickels Form und Stabilität. Deshalb wird zu diesem Zweck ein dickeres und festeres Blatt verwendet, beispielsweise Java aus Indonesien oder Olor (bei dominikanischen Longfillern). Der Geschmack des Umblatts sollte entweder sehr neutral sein und der Mischung gegenüber deutlich zurücktreten oder in seiner selbstständigen Geschmacksausprägung mit Einlage und Deckblatt harmonieren.

Gut zu wissen: Eine gute Umblatt/Deckblatt-Kombination macht circa 30 Prozent des Geschmacks einer Cigarre aus.

Eine Alternative zum natürlichen Umblatt ist der sogenannte Bandtabak oder die Tabakfolie. Die Herstellung verläuft papierähnlich aus Tabakresten: ein Verfahren, das in der Weiterverarbeitung eine sehr schnelle und gleichmäßige maschinelle Herstellung erlaubt.

Einem guten Tabakblatt gegenüber hat diese Folie deutliche Defizite im Geschmack. Der Einsatz diese Tabakfolie erstreckt sich wesentlich im Bereich der preiswerten Konsumprodukte.

Man muss allerdings bedenken, dass es auch Naturtabake minderer Qualität gibt. In jeder Ernte gibt es nur eine begrenzte Menge von Spitzentabaken. Daher stellt Tabakfolie eine Möglichkeit dar, auch mit mittelmäßigen und daher preiswerteren Tabaken zum Beispiel preisgünstige Cigarillos herzustellen.
Das Deckblatt ist der wichtigste Bestandteil der Cigarre. Eine Tabakblatt-Hälfte wird durch Anfeuchten geschmeidig gemacht, formgerecht ausgeschnitten und spiralförmig um die Cigarre gerollt, wobei der jeweils oben befindliche Teil den darunterliegenden überlappt. Das Ganze endet in einem kunstvoll geformten Kopf. Da die Seiterippen der Blätter in Längsrichtung der Cigarre laufen sollen, muss die eine Blatthälfte links herum, die andere rechts herum gerollt werden, daher kann man links- und rechtsgerollte Cigarren unterscheiden.
Das Deckblatt gibt der Cigarre das Gesicht und prägt ihren geschmacklichen Eindruck. Es kann sehr unterschiedlicher Herkunft sein: es werden Havanna-, Sumatra-, Brasil-, Connecticut- und viele andere Tabake verwendet. Die Artbezeichnung einer Cigarre richtet sich in der Regel nach dem Deckblatt.

Das Deckblatt wird speziell gepflückt und nach Größe, Farbe, eventueller Beschädigung sowie Blattstand an der Pflanze sortiert.
Das Sandblatt ist das unterste Blatt an der Tabakpflanze und ergibt meist bestes Deckmaterial, da es als erstes reift, eine sehr dünne Struktur hat und geschmacklich besonders fein ist.

Gut zu wissen: Je höher der Blattstand an der Pflanze ist, desto kräftiger wird der Geschmack.

Die Top- oder Corona-Blätter ganz oben sind häufig scharf und bissig.

Vor der Verarbeitung in der Cigarrenfabrik ist jedes der geernteten Blätter bis zu sieben mal durch kontrollierende Hände gegangen.
Jede Ernte ist von neuem spannend: Feuchtigkeit kann zu dunklerer Farbe, Trockenheit zu stärkerem Geschmack und Wind zu kräftigeren Blättern führen. Es existieren heute aber auch sogenannte Shade-Tabake, die unter großen Tüchern und bei diffuser Lichteinwirkung vor der Witterung geschützt werden und zu größerem Blattwachstum angeregt werden sollen, auch sollen die Blätter möglichst hell bleiben.
Zwar sieht ein helles Deckblatt gut aus, geschmacklich sind gedeckte Farben oft aber hervorragend. Also sollte man sich nicht nur vom Auge zum Kauf einer Cigarre verleiten lassen!

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